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Gefühle verstehen stärkt die Bindung
Trennungsangst: Mein Kind weint, wenn ich gehe (8 Monate bis 6 Jahre)
Klammert an der Kita-Tür, weint, sobald Sie den Raum verlassen? Warum Trennungsangst entsteht, wann sie meist nachlässt, ein kurzes Abschiedsritual und wann Sie zur Kinderärztin gehen sollten.
Allgemeine Information: Allgemeine Information, die individuell abweichen kann. Sprechen Sie vor Entscheidungen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Fachperson.
Kurz gesagt
- Trennungsangst setzt meist gegen Ende des ersten Lebensjahres ein und ist ein normales Zeichen sicherer Bindung.
- Bis zum Schuleintritt können die meisten Kinder ihre Trennungsängste weitgehend selbst regulieren.
- Ein kurzer Abschied, der jeden Tag gleich abläuft, und eine konkrete Abholzeit helfen am meisten.
- Heimliches Weggehen oder Zurückkommen, wenn das Kind weint, verlängert den Abschied.
Lumiya-RedaktionStützt sich auf 4 QuellenUnsere redaktionellen Grundsätze
Klammert Ihr Kind an der Kita-Tür und ruft „Nicht gehen!“, oder folgt es Ihnen, sobald Sie den Raum verlassen? Vom Babyalter bis zum Vorschulalter weinen viele Kinder, wenn Mama oder Papa gehen.
Diese Trennungsangst gehört meist zur normalen Entwicklung und lässt mit der Zeit nach; am besten helfen ein kurzer, täglich gleicher Abschied, eine konkrete Abholzeit und kleine Trennungsübungen zu Hause.
Warum kann mein Kind mich nicht gehen lassen?
Mit etwa 8 bis 9 Monaten versteht ein Baby, dass Sie eine eigene Person sind und auch dann existieren, wenn es Sie nicht sieht. Wann Sie wiederkommen, kann es aber noch nicht einschätzen. Deshalb weint ein 10 Monate altes Baby manchmal schon, wenn Sie nur in die Küche gehen.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) beschreibt auf kindergesundheit-info.de, dass ein Kind etwa zwischen sechs und acht Monaten erstmals Furcht empfindet und sich bei fremden Personen zunehmend unbehaglicher fühlt. Fremdeln und Trennungsangst sorgen dafür, dass das Kind die elterliche Nähe sucht, solange es sie braucht.
Das Weinen ist also ein Zeichen sicherer Bindung, keine Verwöhnung und keine schlechte Angewohnheit.
Trennungsangst beginnt mit der Fähigkeit zu verstehen, dass etwas weiter existiert, auch wenn man es nicht sieht. Ihr Kind weiß, dass es Sie gibt, kann aber Zeit noch nicht messen; mit Weinen versucht es, Sie in der Nähe zu halten. Jedes Mal, wenn Sie gehen und zurückkommen, lernt das Gehirn: Sie geht, aber sie kommt wieder – und das Weinen wird kürzer.
Trennungsängste gehören zu den ersten starken Gefühlen eines Kindes.
Ab wann beginnt sie, und wann hört sie auf?
Laut BIÖG setzen Trennungsängste in der Regel gegen Ende des ersten Lebensjahres ein, und auch als Kleinkind erlebt ein Kind immer wieder Phasen, in denen sie stärker werden. Die American Academy of Pediatrics (AAP) nennt 9 Monate als typisches Alter; manche Kleinkinder beginnen erst mit 15 oder 18 Monaten.
Bis zum Schuleintritt können die meisten Kinder ihre Trennungsängste weitgehend selbst regulieren. Kita-Start, ein Umzug oder ein Geschwisterchen können sie aber auch bei einem 4-jährigen Kind wieder aufflammen lassen.
Trennungsangst nach Alter
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Früher Beginn
Manche Babys werden kurz unruhig, wenn ein Elternteil aus dem Blick verschwindet.
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Deutlich sichtbar
Bei den meisten Babys zeigt sie sich um den 9. Monat; oft kommt das Fremdeln hinzu.
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Kleinkind
Mit wachsender Selbstständigkeit werden Abschiede lauter und tränenreicher.
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Nachlassen
Das Kind versteht allmählich, dass Sie wiederkommen; bei vielen wird es leichter.
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Neue Anfänge
Kita, Umzug oder Geschwisterchen können sie vorübergehend zurückbringen.
Wie bereite ich mein Kind auf Trennungen vor?
Die Vorbereitung beginnt lange vor dem Abschied. Wer zu Hause mit kurzen Trennungen startet und sie langsam verlängert, gibt dem Kind die Erfahrung: Mama oder Papa gehen, aber sie kommen immer wieder.
Trennungen vorbereiten: 5 Schritte
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Kleine Trennungsspiele zu Hause
Guck-guck spielen, dann in den Nebenraum gehen und weitersprechen: „Ich bin in der Küche, ich komme gleich!“
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Neue Betreuung gemeinsam kennenlernen
In den ersten Tagen der Eingewöhnung dabeibleiben und die Zeit dann Tag für Tag verkürzen.
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Nicht müde oder hungrig verabschieden
Laut AAP sind Trennungen schwerer, wenn Kinder hungrig, müde oder krank sind. Planen Sie den Abschied möglichst nach Schlaf und Essen.
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Eine konkrete Abholzeit nennen
Statt einer Uhrzeit ein Ereignis, das Ihr Kind kennt: „Ich hole dich nach dem Mittagsschlaf ab.“
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Ein Kuscheltier von zu Hause
Ein kleines Lieblingsspielzeug oder Tuch darf mit; der Geruch von zu Hause gibt Sicherheit.

Was tun im Moment des Abschieds?
Die AAP rät zu kurzen Abschiedsritualen, die jeden Tag gleich ablaufen. Bleiben Sie konsequent und kommen Sie nicht zurück, nur weil Ihr Kind bettelt.
Kurz, warm und vorhersehbar: eine Umarmung, drei Küsse, einmal winken. Dann gehen Sie wirklich. Wenn Sie das Gefühl benennen, fühlt sich Ihr Kind verstanden: „Ich sehe, dass dir der Abschied schwerfällt. Ich hole dich nach dem Mittagsschlaf ab.“
| Lieber nicht | Stattdessen |
|---|---|
| Heimlich verschwinden, wenn das Kind nicht hinsieht | Kurz und klar verabschieden: „Ich gehe jetzt, ich komme am Nachmittag.“ |
| Zurückkommen, wenn es weint, und den Abschied verlängern | Das Ritual beenden, gehen und später bei der Erzieherin nachfragen |
| Drohen: „Wenn du weinst, lasse ich dich hier“ | Das Gefühl benennen: „Ich weiß, du wirst mich vermissen. Ich dich auch.“ |
| Vage versprechen: „Ich bin gleich wieder da“ | Eine konkrete Zeit nennen: „Ich komme nach dem Mittagessen.“ |
| Die eigene Sorge im Gesicht zeigen | Ruhige Stimme, zuversichtliches Lächeln |
Fachstellen in anderen Ländern raten ganz ähnlich: kurz verabschieden, konsequent bleiben und Zeit lassen.
| Land und Stelle | Zentrale Empfehlung |
|---|---|
| Deutschland — BIÖG (kindergesundheit-info.de) | Trennungsängste gehören zu den ersten starken Gefühlen; bis zum Schuleintritt regulieren die meisten Kinder sie weitgehend selbst |
| USA — American Academy of Pediatrics | Kurze Abschiedsrituale; nicht wegen Bitten zurückkommen und Pläne nicht wegen Trennungsangst absagen |
| Niederlande — Nederlands Jeugdinstituut | Kurz und deutlich verabschieden, wenn Sie Ihr Kind in die Kita, zum Babysitter oder zu Verwandten bringen |
Was hilft nach der Trennung?
Auch das Wiedersehen gehört zum Abschied. Legen Sie beim Abholen das Handy weg und schenken Sie Ihrem Kind ein paar Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit; so festigt sich die Erfahrung: Sie kam, wann sie es gesagt hat.
Fragen Sie nach dem Tag, ohne ein Verhör daraus zu machen. Ein tränenreicher Morgen ist kein Grund für Strafe; planen Sie den Abschied für morgen gemeinsam: „Sollen wir morgen an der Tür drei Küsse machen oder fünf?“
Es tut weh, zu gehen, während Ihr Kind weint, und Schuldgefühle sind ganz natürlich. Sie müssen Ihre Sorge nicht verstecken, aber tragen Sie sie möglichst nicht in den Abschied; ein tiefer Atemzug, ein kurzer Abschied und der Gedanke „Sie ist sicher, und ich komme wieder“ beruhigen Sie beide.
Weitere Artikel finden Sie im Bereich Trennungsangst, altersgerechte Tipps auf den Seiten 1-3 Jahre und 3-6 Jahre.
Wann zum Arzt?
Normale Trennungsangst braucht keine Behandlung und lässt mit der Zeit nach. Die Tabelle hilft, Übliches von dem zu unterscheiden, was genauer angeschaut werden sollte.
| Achtung — fachlich abklären | Normal |
|---|---|
| Bei jeder Trennung stundenlang nicht zu beruhigen, über Wochen zunehmend | Beim Abschied ein paar Minuten weinen, dann spielen |
| Nach dem 6. Geburtstag noch täglich die Schule verweigern | Schwierige erste Wochen in der Kita |
| Vor Trennungen regelmäßig Bauch- oder Kopfschmerzen, Übelkeit | Nachts aufwachen und nach Ihnen rufen |
| Häufige Angst, Ihnen oder ihm selbst könnte etwas Schlimmes passieren; gestörter Schlaf oder Appetit | Vorübergehender Rückfall nach Krankheit, Umzug oder Geschwistergeburt |
Halten diese Zeichen mehrere Wochen an und erschweren sie den Alltag, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin. Auch eine Erziehungsberatungsstelle oder die Frühen Hilfen unterstützen; das Elterntelefon erreichen Sie unter 0800 111 0 550.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät: Wenn Sie den Eindruck haben, die Angst nimmt im Leben Ihres Kindes überhand – es weint oft, zieht sich zurück, schläft schlecht –, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin. Im Notfall rufen Sie die 112.
Allgemeine Information: Dieser Inhalt bietet allgemeine Informationen auf Grundlage fachlicher Quellen. Jedes Kind, jede Familie und jede Situation ist anders; das hier Beschriebene kann von Person zu Person abweichen. Besprechen Sie Entscheidungen, die Ihr Kind betreffen, mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson.
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Redaktioneller Hinweis
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen; Temperament und Eingewöhnungszeit sind bei jedem Kind anders. Hält die Angst an oder belastet sie den Alltag, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin.



