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Lernen beginnt mit Neugier
Braucht mein Kind Nachhilfe? Die richtige Unterstützung für 6- bis 18-Jährige
Bevor Sie Nachhilfe buchen, klären Sie, welches Problem Ihr Kind wirklich hat. Vergleichen Sie schulische Förderung, Einzelnachhilfe, Kleingruppe und Institut und prüfen Sie, ob es wirkt.
Allgemeine Information: Allgemeine Information, die individuell abweichen kann. Sprechen Sie vor Entscheidungen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Fachperson.
Kurz gesagt
- Ob Nachhilfe hilft, hängt vom Problem ab: Wissenslücke, Lerngewohnheit, Motivation, Aufmerksamkeit und Prüfungsziel brauchen jeweils etwas anderes.
- Bedürftige Schülerinnen und Schüler können über das Bildungspaket Lernförderung erhalten, wenn es kein vergleichbares schulisches Angebot gibt; dafür ist ein gesonderter Antrag nötig.
- In intensiven Schulprogrammen wirkt Förderung am besten 3- bis 5-mal pro Woche für 30 bis 60 Minuten; entscheidend ist die Regelmäßigkeit.
- Vereinbaren Sie vor dem Start mit der Lehrkraft ein messbares Ziel und einen Endtermin und entscheiden Sie dann: weiter, ändern oder beenden.
Lumiya-RedaktionStützt sich auf 6 QuellenUnsere redaktionellen Grundsätze
„Alle in der Klasse haben Nachhilfe, sollen wir auch?“ Das hängt vom Problem ab. Klären Sie zuerst mit der Lehrkraft, ob die Lücke in einem Thema oder in der Arbeitsweise liegt; oft ist die Förderung der Schule der erste Schritt. Erst danach wählen Sie Nachhilfe, mit klarem Ziel und Endtermin.
Woran hapert es bei Ihrem Kind genau?

Ein Zeugnis kann gleich aussehen und trotzdem ganz unterschiedliche Ursachen haben. Finden Sie heraus, auf welchem Ast Ihr Kind steht, bevor Sie entscheiden.
Wissenslücke: Ein Thema wurde verpasst oder eine Grundlage sitzt nicht; ein 10-jähriges Kind ist zum Beispiel bei den Dezimalzahlen angekommen, ohne die Bruchrechnung verstanden zu haben. Erste Anlaufstelle sind die Lehrkraft und die Förderung in der Schule, danach bei Bedarf kurze, themenbezogene Nachhilfe.
Lerngewohnheit: Ihr Kind kann den Stoff, setzt sich aber nicht an die Hausaufgaben, hat keinen Plan und lässt alles bis zum letzten Abend liegen.
Hier hilft eine Routine zu Hause, keine Nachhilfe; unser Ratgeber zu Hausaufgaben und Lernen zeigt die Schritte. Klappt die Routine zu Hause auch nach einigen Wochen nicht oder fehlt ein ruhiger Arbeitsplatz, kann eine Hausaufgabenbetreuung helfen, sie außerhalb aufzubauen.
Motivation: Ihr Kind hat die Lust verloren und sagt: „Wofür brauche ich das überhaupt?“ Sprechen Sie zuerst darüber, was los ist; mehr Nachhilfestunden lösen das allein nicht.
Hinweise auf eine Aufmerksamkeits- oder Lernstörung: Probleme beim Lesen, Schreiben oder Rechnen bleiben trotz Hilfe bestehen. Dann ist der erste Schritt eine Abklärung, keine Nachhilfe (mehr dazu unten).
Prüfungsziel: Es gibt ein klares Ziel wie den Abschluss der 10. Klasse oder das Abitur. Hier ist eine zielgerichtete Unterstützung mit festem Zeitraum sinnvoll.
Schulische Förderung, Einzelnachhilfe, Kleingruppe oder Institut: Was passt zu wem?
| Möglichkeit | Passt zu | Kosten | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Förderung der Schule | Lücke, die die Lehrkraft benennt | Kostenlos | Angebot erfragen |
| Einzelnachhilfe | Schneller Fortschritt in einem Thema | Am höchsten | Ohne Ziel endlos |
| Kleingruppe (2–4) | Mehrere mit gleicher Lücke | Günstiger als einzeln | Große Gruppen weniger persönlich |
| Nachhilfeinstitut, Kurs | Jugendliche mit Prüfungsziel | Unterschiedlich | Tempo wenig individuell |
| Hausaufgabenbetreuung | Routine zu Hause klappt trotz Versuch nicht | Unterschiedlich | Qualifikation prüfen |
| Online-Nachhilfe | Schwer erreichbare Hilfe, ein Thema | Unterschiedlich | Muss regelmäßig sein |
Die Gruppengröße macht einen Unterschied. Nach einer Übersicht des Institute of Education Sciences (IES), der Forschungseinrichtung des US-Bildungsministeriums, ist Einzelnachhilfe meist am wirksamsten, aber teurer; Kleingruppen mit 2 bis 4 Schülern sind noch recht wirksam, in Gruppen mit mehr als vier Kindern sinkt die individuelle Ausrichtung.
Am wirksamsten waren dort Programme, in denen Lehrkräfte oder pädagogische Fachkräfte unterrichteten.
Dieselbe Quelle stellt fest, dass Förderung in der Schule meist mehr bewirkt als außerhalb, vor allem weil die Kinder regelmäßiger teilnehmen. Die Befunde stammen aus intensiven Programmen, die Schulen aufbauen; sie zeigen, dass Regelmäßigkeit zählt, und sind keine Vorgabe für bezahlte Nachhilfe.
Wann bezahlt das Bildungspaket die Lernförderung?
In Deutschland gibt es für Familien mit wenig Geld einen festen Weg: die Lernförderung aus dem Bildungspaket. Voraussetzung ist insbesondere, dass es kein vergleichbares schulisches Angebot gibt.
Bedürftige Schülerinnen und Schüler können, unabhängig von einer Versetzungsgefährdung, unter bestimmten Voraussetzungen Lernförderung in Anspruch nehmen.
Anders als die übrigen Leistungen des Bildungspakets muss die Lernförderung gesondert beantragt werden.
Wer Bürgergeld bekommt, wendet sich laut BMAS in der Regel an das Jobcenter; für Familien mit Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag sind die Kreise oder kreisfreien Städte zuständig. In Niedersachsen etwa bestätigt die Schule den Bedarf auf einem festen Vordruck; das Kultusministerium nennt als Ziel, dass die Kinder die Lernziele des Schuljahrgangs erreichen, in der Regel die Versetzung.
Das Niedersächsische Kultusministerium nennt zwei Voraussetzungen für außerschulische Lernförderung: Die Schule bestätigt den Bedarf, und es bestehen keine vergleichbaren schulischen Angebote. Fragen Sie deshalb zuerst in der Schule, welche Förderung sie selbst anbietet, und lassen Sie sich dort den Bedarf bestätigen.
Was sollten Sie vor dem Start mit der Lehrkraft vereinbaren?
Vier Zeitpunkte beim Start der Nachhilfe
-
Mit der Fachlehrkraft sprechen
Fragen Sie, wo Ihr Kind genau hängt: „Können Sie mir zeigen, wo er bei der Bruchrechnung den Faden verliert?“ Auch die Schulsozialarbeit kann dabei sein.
-
Ein messbares Ziel und einen Endtermin festlegen
Statt „besser in Mathe werden“ lieber „Brüche allein addieren und subtrahieren“; legen Sie den Termin für die Überprüfung gleich fest.
-
Nachhilfekraft oder Institut prüfen
Fragen Sie nach Ausbildung und Erfahrung mit dem Fach und der Klassenstufe; laut derselben Übersicht arbeiten ehrenamtliche Kräfte besser, wenn sie systematisch geschult und begleitet werden.
-
Häufigkeit und Dauer wählen
Laut IES kann Förderung ein- bis zweimal pro Woche helfen; in den intensiven Schulprogrammen wirkt sie am stärksten 3- bis 5-mal pro Woche in 30- bis 60-minütigen Einheiten. Wählen Sie einen regelmäßigen Rhythmus, der zu Ihrem Budget und zur Erholungszeit Ihres Kindes passt.
So verlieren Sie in den ersten Wochen keine Zeit. Was die Lehrkraft beobachtet, wird zum Inhalt der ersten Nachhilfestunde.
Von der Grundschule bis zum Abitur: Wie verändert sich die Entscheidung?
6 bis 9 Jahre: Lesen, Schreiben und Rechnen werden aufgebaut. Zuerst kommen die Lehrkraft und die Förderung der Schule; wenn Nachhilfe nötig ist, dann kurz und häufig, und Spiel- und Ruhezeit bleiben erhalten.
9 bis 12 Jahre: Angesammelte Lücken in Mathe und der Wechsel auf die weiterführende Schule rücken in den Vordergrund. Die Hilfe sollte ein Thema betreffen und ein Ende haben; in unserem Ratgeber für 9 bis 12 Jahre finden Sie die übrigen schulischen Veränderungen dieser Zeit.
12 bis 18 Jahre: Abschlussprüfungen und das Abitur werden konkret, und die eigene Entscheidung und Motivation der Jugendlichen zählen viel. Bevor Sie zwischen Kurs und Einzelnachhilfe wählen, bauen Sie das selbstständige Lernen mit unserem Ratgeber zur Lernroutine für 12- bis 18-Jährige auf.
Treffen Sie die Entscheidung mit Jugendlichen gemeinsam: Fragen Sie „Für welches Fach und welches Ziel möchtest du Unterstützung?“ und „Wäre ein Kurs oder Einzelnachhilfe besser für dich?“ Den Endtermin legen Sie zusammen fest.
Der Endtermin ist da: Woran erkennen Sie, ob die Nachhilfe wirkt?

Halten Sie an dem Termin inne, den Sie festgelegt haben, zum Beispiel nach 6 bis 8 Wochen. Noten sind nur ein Zeichen: Fängt Ihr Kind in dem Fach selbst mit den Hausaufgaben an, stellt es im Unterricht Fragen, sieht die Lehrkraft eine Veränderung? Auch ein „Das kann ich jetzt allein“ zählt.
- Weitermachen: Das Ziel rückt näher und die Lehrkraft sieht Fortschritte; legen Sie einen neuen Endtermin fest.
- Ändern: Ihr Kind geht hin, aber nichts bewegt sich; wechseln Sie Nachhilfekraft, Gruppengröße oder Häufigkeit.
- Beenden: Das Ziel ist erreicht, oder das Problem war gar keine Wissenslücke; setzen Sie Geld und Zeit für die passende Lösung ein.
- Abklärung anfragen: Zwei verschiedene Hilfen wurden versucht und die Schwierigkeit ist gleich geblieben; lesen Sie den nächsten Abschnitt.
Wann ist eine Abklärung beim Kinderarzt oder in der Beratungsstelle besser als Nachhilfe?
Manche Schwierigkeiten verschwinden nicht durch mehr Stunden; dahinter kann eine Teilleistungsstörung, ein Aufmerksamkeitsproblem oder Angst vor der Schule stecken. Die Tabelle ist keine Diagnose, sie zeigt nur, wann Sie nachfragen sollten.
| Achtung — fachlich abklären | Üblich |
|---|---|
| Rechnet anhaltend mit den Fingern oder entwickelt Ängste vor bestimmten Fächern | Einige Wochen Mühe mit einem neuen Thema |
| Erhöhte Ablenkbarkeit, Konzentrationsmangel und Abbruch von Tätigkeiten, besonders bei Schularbeiten | Unkonzentriert an einem müden Abend |
| Bauch- oder Kopfschmerzen vor der Schule; weigert sich regelmäßig, morgens aufzustehen, oder will aus der Schule nach Hause | Nach den Ferien fällt der Schulstart schwer |
Die Kinder- und Jugendärzte im Netz (BVKJ) raten: Haben Kinder in der Grundschule Probleme oder entwickeln Ängste vor bestimmten Fächern, sollten Eltern dem Kinder- und Jugendarzt ebenso davon berichten wie von Bauch- oder Kopfschmerzen.
Bei Schulverweigerung sollten Eltern mit dem Kind zum Kinder- und Jugendarzt gehen und die Lehrkraft einbeziehen.
Laut den Kinder- und Jugendärzten im Netz kann der Kinder- und Jugendarzt Eltern bei einem Verdacht auf Dyskalkulie oder eine andere Teilleistungsstörung zeitig an die richtigen Stellen verweisen, die die Vermutung überprüfen und bei Bedarf Fördermaßnahmen einleiten. Rat für Eltern gibt es außerdem bei der Erziehungsberatungsstelle und am Elterntelefon unter 0800 111 0 550; im Notfall wählen Sie 112.
Allgemeine Information: Dieser Inhalt bietet allgemeine Informationen auf Grundlage fachlicher Quellen. Jedes Kind, jede Familie und jede Situation ist anders; das hier Beschriebene kann von Person zu Person abweichen. Besprechen Sie Entscheidungen, die Ihr Kind betreffen, mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer qualifizierten Fachperson.
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Redaktioneller Hinweis
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information; jedes Kind ist anders. Sprechen Sie über die Situation Ihres Kindes mit der Klassenlehrkraft und der Schulsozialarbeit.



